"Trocknen, salzen, räuchern": neue Ausstellung im Museum Rade
Eine Reise in die Vergangenheit
 Reinbek. Die ehrenamtlichen Helfer des Museumsvereins Reinbek bieten in ihrer neuesten Ausstellung eine Zeitreise in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Foto: Silhan
|
|
Reinbek (rsi) - Eine interessante und vielfältige Ausstellung zum Thema "Trocknen, salzen, räuchern" wird bis 25. März im Reinbeker Museum Rade präsentiert. Mitglieder des Museumsvereins haben keine Mühen gescheut, jede Menge historische Gegenstände aus der Zeit um 1930 zusammenzutragen. Am Sonntag wurde die Ausstellung eröffnet. "Zu damaliger Zeit gab es weder Supermärkte noch qualitativ gut sortierte ,Tante-Emma-Läden'", sagte Gisela Manzel, Vorsitzende des Museumsvereins. Die große Mehrheit der Bevölkerung sei auf das angewiesen gewesen, was ihnen Garten oder Acker als Nahrungsgrundlagen boten. "Das Gros der Bevölkerung war darauf angewiesen, die Ernte aus dem Garten und vom Feld, das Fleisch aus der Schlachtung oder die Eier mit den unterschiedlichsten Verfahren so zu behandeln, dass die Familie über das ganze Jahr mit Essen versorgt war", erläutert Gisela Manzel. "Die Fertigung moderner Hilfsmittel, wie beispielsweise elektrisch betriebene Kühlschränke, stand zu damaliger Zeit noch in weiter Ferne." Schon der erste Blick auf die Ausstellung überrascht. Kehrbesen hängen an den Wänden, ein farbenprächtiges Bild symbolisiert die Küchenarbeit der Hausfrau. Eine weißhaarige Großmutter, in Gestalt einer Puppe, sitzt auf der Bank um mit der Enkelin Obst zu schälen. Hühner und Hasen ergänzen das Gesamtbild. Besonders interessant ist der Blick in Urgroßmutters Speisekammer: Dort reihen sich auf den Holzregalen Einweckgläser mit Obst und Gemüse. An der Decke hängen durch Räuchern und Pökeln haltbar gemachten Würste und Schinken. Nicht nur zum Hinschauen, sondern auch zum Anfassen, ist die umfangreiche Präsentation historischer Gerätschaften. So beispielsweise der gut isolierte Eisschrank oder der mit Thermometer ausgerüstete Einwecktopf. "Das mit dem ,Anfassen' meinen wir wörtlich. Alle ausgestellten Gegenstände dürfen ,hautnah' betrachtet und gegebenenfalls auch benutzt werden", erklärt die Vereinsvorsitzende Gisela Manzel. Geöffnet ist die Ausstellung "Trocknen, salzen, räuchern" im Museum Rade, gegenüber dem Reinbeker Schloss, von Montag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Führungen durch die Ausstellung erfolgen ausschließlich an den Wochentagen Mittwoch bis einschließlich Freitag. Voranmeldungen sind erforderlich. Termine dafür vergibt das Museum unter Telefon 040-722 91 58.
Olaf Scholz fordert für Norddeutschland
Ziel: Führend in Wind-Energie

Lübeck. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, war Gastredner beim IHK-Neujahrsempfang. Foto: Iwohn
|
|
Lübeck (ciw) - Die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in Norddeutschland speziell in der Metropolregion Hamburg war Thema beim traditionellen Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck in der Musik- und Kongresshalle mit rund 1.700 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und öffentlichem Leben. Gastredner Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, griff die Vision auf und bezeichnete den Ostseeraum als einen einheitlichen Wirtschaftsraum mit intensiven Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten. Hamburg habe außerdem ein ureigenes Interesse an einer prosperierenden Metropolregion, sagte er. Seiner Ansicht nach ist eine gemeinsame Politik der norddeutschen Länder speziell bei der Windenergie sinnvoll. Scholz: "Unser Ziel muss es sein, Norddeutschland zur weltweit führenden Windenergie-Region aufzubauen. Wir wollen in Zukunft die Energiezentrale Deutschlands werden und hier auch den wissenschaftlichen Bereich stärken. Dazu wollen wir uns auf die Energie-Technik konzentrieren, besonders auf die Prozesse, die mit der Speicherung von Windenergie zusammenhängen." Dieser Standortvorteil werde zur Chance für den Norden, denn dieser könne energieintensive Unternehmen ansiedeln. "Hamburg, Lübeck, Hannover, Kiel, auch Kopenhagen: Wir sind alle gemeinsam der Norden und haben alle gemeinsame Perspektiven. Wir haben große Chancen, nutzen wir sie", sagte Scholz. Diesen Gedanken führte der dänische Europaminister Nicolai Wammen in einer exklusiven Videobotschaft für den IHK-Neujahrsempfang weiter. "Die Welt braucht uns. Und deshalb ist es wichtig, dass wir bereit sind, uns den internationalen Herausforderungen zu stellen", sagte er. Wirtschaft und Arbeitsmarkt machen an Grenzen nicht halt. Jetzt gelte es, auch für die Wissenschaft Grenzen abzubauen und eine verstärkte Kooperation in Wirtschaft und Wissenschaft aufzubauen. Das sagte Christoph Andreas Leicht, Präses der IHK zu Lübeck. Er lobte die rasante Entwicklung im Ostseeraum mit rund 147 Millionen Menschen. "Hier dreht sich das Schwungrad Europas", betonte er. Als Zukunftsbranchen des Landes nannte er die Logistikwirtschaft, den Tourismus, das Gastgewerbe, die erneuerbaren Energien, die Ernährungsindustrie sowie die Gesundheitswirtschaft und die Medizintechnik. Leicht kritisierte das Gastschulabkommen, das zwischen den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein abgeschlossen wurde - "leider zu Lasten von Unternehmern und Auszubildenden", so Leicht. "Ziel muss es sein, gerade die jungen Menschen dies- und jenseits von Grenzen nicht als Gäste zu begreifen." Gemeinsame Schul- und Hochschulpolitik sollte Partnerabkommen nicht Gastabkommen sein. Einen gemeinsamen Wirtschaftsraum sieht Leicht in der Zusammenarbeit von Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und den Nachbarn in Dänemark. Im Anschluss an die Reden folgte eine Podiumsdiskussion, an der Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Reinhard Meyer, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie Olaf Scholz und Christoph Andreas Leicht teilnahmen. Auch dabei ging es um mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Norddeutschland. Die Moderation hatte die Journalistin Harriet Heise vom NDR Schleswig-Holstein Magazin übernommen.
|