
Stormarn. Vor allem Laubbäume haben unter den Konsequenzen der geänderten klimatischen Verhältnissen zu leiden. Foto: Prädel
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Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald schlägt Alarm
Wald auch in Stormarn stärker beschädigt
Stormarn (pt) - Die Waldschäden haben im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Das hat jetzt Friedrich Westerworth, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) aus Bargteheide, nach Auswertung des Großteils der Daten aus den Bundesländern erklärt. Der Anteil der deutlichen Schäden sei binnen Jahresfrist um vier auf 27 Prozent gestiegen. Auch in Stormarn geht es den Laubbäumen Eiche und Buche nach Angaben von Westerworth wesentlich schlechter als den Nadelbäumen Fichte und Kiefer. Durch die Trockenheit im vergangenen Frühjahr und Herbst gerieten vor allem Laubbäume massiv unter Stress und reagierten durch starke Fruchtbildung mit Eicheln, Bucheckern und Zapfen. Gleichzeitig erfolge die Fruchtbildung in immer kürzeren Abständen. Das "Produzieren" der Früchte sei sehr kräftezehrend, so dass in einem Mastjahr weniger und kleinere Blätter ausgebildet werden. "Dies führt zu einem schlechteren Belaubungszustand, der bei der Erfassung der Waldschäden festgestellt wird", so Westerworth. Zusätzlich würden die Abwehrkräfte geschwächt: "Die Bäume werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge." Die Nadelbäume können die Auswirkungen des Klimawandels ebenfalls immer schlechter abfedern. Das zeige sich zum Beispiel daran, dass der Anteil deutlich geschädigter Fichten in einigen Regionen stark gestiegen sei, obwohl sich ihr Zustand in den letzten Jahren eher verbessert habe. Witterung, Insektenfraß und Fruchtbildung sind scheinbar die Hauptgründe für den schlechten Zustand des Waldes. Westerworth: "Das hört sich im ersten Moment so an, als ob die Waldschäden nun nicht mehr durch den Menschen verursacht werden wie einst der ,Saure Regen'. Doch diese Sichtweise täuscht." Die Bäume und vor allem der Waldboden seien durch die jahrelangen Einträge von Schadstoffen geschädigt, Bäume dadurch anfälliger für zusätzliche Stressfaktoren. Die trockenen Frühjahre würden als Folge der Klimaveränderung angesehen, die von den Menschen mit verursacht wird. "Durch die wärmeren Temperaturen fühlen sich die Schadinsekten wohler und können sich besser vermehren", betont der SDW-Vorsitzende. Deshalb fordert die SDW weiterhin Maßnahmen, um den Schadstoffeintrag zu verringern und die Bürger zu einem umweltbewussteren Verhalten zu motivieren. In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat sich der Waldzustand deutlich verschlechtert. Leicht verschlechtert hat sich die Situation in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
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