Nr. 30 / 27. Juli 2010 / 42. Jahrgang  
  
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Rom. Günter Sager und Thomas Wiedl (v.l.) ließen sich mit zwei Soldaten der Schweizer Garde in Rom ablichten.
Foto: GS
Thomas Wiedl und Günter Sager fuhren in 32 Tagen nach Rom
Zwei Radler haben sich einen Traum erfüllt
Oststeinbek (mom/sr) - 32 Tage waren sie unterwegs von Oststeinbek nach Rom, wo bekanntlich alle Wege hinführen. Thomas Wiedl aus Oststeinbek und Günter Sager aus Pinneberg, zwei alte Freunde, wagten nach ihrem Eintritt in den Ruhestand noch einmal das große Abenteuer. Sie schwangen sich auf ihre Fahrräder und radelten bis ins Zentrum der ewigen Stadt. 27 Tage reine Fahrzeit mit durchschnittlich 90 geradelten Kilometern täglich hatten sie zu bewältigen, ehe sie den Petersplatz betraten. Dabei hatten sie die Alpen und die Apenninen zu überqueren und an drei Tagen mit Regen zu kämpfen. Trotzdem waren die Eindrücke auf dieser Tour so großartig, dass sie sich ihnen für immer einprägen wird.
Schon als Jugendlicher hatte sich Wiedl, der als Amtsleiter im Bezirksamt Hamburg-Mitte aus dem öffentlichen Dienst ausschied, für Rom interessiert. Andere Träume, wie die Besteigung des Kilimandscharo oder Treckingtouren in Peru und im Himalaya, waren bereits abgehakt. Jetzt sollte es etwas besonderes werden, eine Pilgertour mit dem Trekkingrad von Oststeinbek nach Rom. "Meine und die Gesundheit der Familie sowie ein erfülltes Arbeitsleben erfüllen mich mit Dankbarkeit und waren Grund und Anlass für die Tour. Aber sie sollte auch Beispiel dafür sein, dass weite Fahrten mit Muskelkraft und zunehmendem Alter zu bewältigen sind", so Wiedl.
Sechs Monate Vorbereitung hat Wiedl investiert, Pläne und Bücher studiert, nach passenden Fahrrädern gesucht. Am 1. Juni starteten die Freunde dann gen Süden, mit wenigen Kilogramm Gepäck und viel Zuversicht, ihre Reise nach Rom. "In Radlerhosen und Trikots des Bezirksamtes Mitte gingen wir an den Start. Auf der insgesamt 2.420 Kilometer langen Fahrt orientierten wir uns an den offiziellen Radwanderwegen, wie etwa den Leine-, Fulda- oder Main-Radwanderweg; ab Augsburg dann an den weltbekannten Radweg Via Claudia Augusta und später am Etsch-Radwanderweg", berichtete Wiedl.
Gefahren wurde ab etwa neun Uhr morgens bis gegen 18 Uhr, manchmal auch länger, und nach geeigneten Hotels oder Pensionen wurde danach Ausschau gehalten. "Unterwegs haben wir öfter bei Sehenswürdigkeiten pausiert, in Garmisch einen Tag, in Meran einen weiteren, und später in Assisi sogar drei Tage, wegen des guten Quartiers", so Wiedl. Und war auf der Tour ein Anstieg in den Bergen gemeistert, so belohnte der anschließende Blick in die Umgebung für die Mühsal.
Am 2. Juli, kurz nach Mittag, standen die Freunde endlich auf dem Petersplatz in Rom, am Ende ihrer Fahrrad-Pilgertour. Vergessen waren die Strapazen der vergangenen Tage, obwohl einige Anstiege in den Bergen zum Schieben zwangen. Freude gab es auch darüber, dass die Tour ohne Pannen oder Unfälle verlief.
Jetzt soll die Pilgerfahrt noch einmal im Tagebuch nachgezeichnet, die Erinnerungen festgehalten, Videos und Fotos aufgearbeitet werden. Aber im Hinterkopf hat Thomas Wiedl bereits die nächsten Herausforderungen für die Zukunft: "Ich könnte mir vorstellen, eine Tour zu viert nach Istanbul oder ans Nordkap zu fahren."


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